Thursday, December 29, 2005

Silvesternacht


Und nun, wenn alle Uhren schlagen,
So haben wir uns was zu sagen,
Was feierlich und hoffnungsvoll
Die ernste Stunde weihen soll.

Zuerst ein Prosit in der Runde!
Ein helles, und aus frohem Munde!
Ward nicht erreicht ein jedes Ziel,
Wir leben doch, und das ist viel.

Noch einen Blick dem alten Jahre,
Dann legt es auf die Totenbahre!
Ein neues grünt im vollen Saft!
Ihm gelte unsre ganze Kraft!

Wir fragen nicht: Was wird es bringen?
Viel lieber wollen wir es zwingen,
Daß es mit uns nach vorne treibt,
Nicht rückwärts geht, nicht stehen bleibt.

Nicht schwächlich, was sie bringt, zu tragen,
Die Zeit zu lenken, laßt uns wagen!
Dann hat es weiter nicht Gefahr.
In diesem Sinne: Prost Neujahr!


Ludwig Thoma
(1867-1921)

Wednesday, December 28, 2005

Es schneit
Neujahrswünsche

Briefvögel
aus aller Welt
kommen geflogen

Boten
bringen Geschenke

Wir freuen uns zurück
ins vergessene Land .....

hören wieder die Worte

Rose Ausländer

Winter

Die Vögel, schwarze Früchte
in den kahlen Ästen
Die Bäume spielen Verstecken mit mir,
ich gehe wie unter Leuten
die ihre Gedanken verbergen
und bitte die dunkeln Zweige um ihre Namen.

Ich glaube, daß sie blühen werden
- innen ist grün -
daß du mich liebst
und es verschweigst.

(Hilde Domin)

Ich wünsche dir fürs neue Jahr
das große Glück in kleinen Dosen.
Das alte lässt sich ohnehin
nicht über Nacht verstoßen.

Was du in ihm begonnen hast
mit Mut und rechter Müh',
das bleibt dir auch noch Glück und Last
in neuer Szenerie.

Erwarte nicht vom ersten Tag
des neuen Jahres gleich zuviel!
Du weißt nicht, wie er's treiben mag,
es bleibt beim alten Spiel.

Ob gute Zeit, ob schlechte Zeit,
wie sie von Gott gegeben,
so nimm sie an und steh bereit
und mach daraus dein Leben!

Elli Michler
Auf dem Wege in 368 Tage
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Ermüde nicht am Kleinen.
Schwer ist allein das Beginnen,
der Schritt in neues Land -
fern und schwer.

Bleibe nicht stehen,
wenn dein Fuss auch ermattet.
Schreckend blickst du zurück,
stärker hoffend voraus.

Leuchtend endet dein Tag,
hinter dir brandet die Flut,
und noch die Sterne der Nacht
öffnen dir tiefer das All...


Gebhard Schuhböck

Neujahrslied



Mit der Freude zieht der Schmerz
Traulich durch die Zeiten.
Schwere Stürme, milde Weste,
Bange Sorgen, frohe Feste
Wandeln sich zur Seiten.

Und wo eine Träne fällt,
Blüht auch eine Rose.
Schon gemischt, noch eh' wir's bitten
Ist für Thronen und für Hütten
Schmerz und Lust im Lose.

War's nicht so im alten Jahr?
Wird's im neuen enden?
Sonnen wallen auf und nieder,
Wolken gehn und kommen wieder
Und kein Wunsch wird's wenden.

Gebe denn, der über uns
Wägt mit rechter Waage,
Jedem Sinn für seine Freuden
Jedem Mut für seine Leiden,
In die neuen Tage.

Jedern auf des Lebens Pfad
Einen Freund zur Seite,
Ein zufriedenes Gemüte
Und zu stiller Herzensgüte
Hoffnung ins Geleite!

Johan Peter Hebbel



Wenn jeder eine Blume pflanzte

Wenn jeder eine Blume pflanzte,
jeder Mensch auf dieser Welt,
und, anstatt zu schießen, tanzte
und mit Lächeln zahlte statt mit Geld -
wenn ein jeder einen andern wärmte,
keiner mehr von seiner Stärke schwärmte,
keiner mehr den andern schlüge,
keiner sich verstrickte in der Lüge,
wenn die Alten wie die Kinder würden
sie sich teilten in den Bürden,
wenn dies WENN sich leben ließ,
wär`s noch lang kein Paradies -
bloß die Menschenzeit hätt` angefangen,
die in Streit und Krieg uns beinah ist vergangen.

Peter Härtling

Sensible wege

Sensibel
ist die erde über den quellen:kein baum darf
gefällt, keine wurzel
gerodet werden

Die quellen könnten
versiegen

Wie viele bäume werden
gefällt, wie viele wurzeln
gerodet

in uns

(Rainer Kunze 1966)

Wednesday, December 21, 2005

Morgen, Kinder, wird's nichts geben!
Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.
Mutter schenkte euch das Leben.
Das genügt, wenn man's bedenkt.
Einmal kommt auch eure Zeit.
Morgen ist's noch nicht soweit.

Doch ihr dürft nicht traurig werden.
Reiche haben Armut gern.
Gänsebraten macht Beschwerden.
Puppen sind nicht mehr modern.
Morgen kommt der Weihnachtsmann.
Allerdings nur nebenan.

Lauft ein bisschen durch die Straßen!
Dort gibt's Weihnachtsfest genug.
Christentum, vom Turm geblasen,
macht die kleinsten Kinder klug.
Kopf gut schütteln vor Gebrauch!
Ohne Christbaum geht es auch.

Tannengrün mit Osrambirnen -
Lernt drauf pfeifen! Werdet stolz!
Reißt die Bretter von den Stirnen,
denn im Ofen fehlt's an Holz!
Stille Nacht und heil'ge Nacht -
Weint, wenn's geht, nicht! Sondern lacht!

Morgen, Kinder, wird's nichts geben!
Wer nichts kriegt, der kriegt Geduld!
Morgen, Kinder, lernt fürs Leben!
Gott ist nicht allein dran schuld.
Gottes Güte recht so weit ...
Ach, du liebe Weihnachtszeit!

Erich Kästner

Tuesday, December 20, 2005

Winteranfang


Die Platanen sind schon entlaubt. Nebel fließen.
Wenn die Sonne einmal durch den Panzer
grauer Wolken sticht,
Spiegeln ihr die tausend Pfützen
ein gebleichtes runzliges Gesicht.
Alle Geräusche sind schärfer. Den ganzen Tag über
hört man in den Fabriken die Maschinen gehn -
So tönt durch die Ebenen der langen Stunden
mein Herz und mag nicht stille stehn
Und treibt die Gedanken
wie surrende Räder hin und her,
Und ist wie eine Mühle mit windgedrehten Flügeln,
aber ihre Kammern sind leer:
Sie redet irre Worte in den Abend
und schlägt das Kreuz. Schon schlafen die Winde ein.
Bald wird es schnei'n,
Dann fällt wie Sternenregen weißer Friede
aus den Wolken und wickelt alles ein.


Ernst Stadler
(1883-1914)

Sunday, December 18, 2005

Winterlandschaft


Das Hügelland wogt wie ein weißes Meer im Schnee,
Vom Himmel nieder wuchten violette
Schneewolken, eine dichtverschlungne Kette,
Die in der Luft an roten Öfen hängt -
Die Sonne brannte sie -
Am Horizonte aber wölbt sich aus der weißen Flur ein Berg,
Mit Tann bestanden, schwarz gekappt,
Ein ungeheurer Igel, der den Schneefall
Von seinen Borsten schläfrig schüttelte.


Klabund
(1890-1928)

Thursday, December 15, 2005

Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst,
was weißt Du von den Schmerzen,
die in mir sind und was weiß ich von Deinen?

Und wenn ich mich vor Dir
niederwerfen würde und weinen und erzählen,
was wüßtest Du von mir mehr als von der Hölle,
wenn Dir jemand erzählt,
sie ist heiß und fürchterlich.

Schon darum sollten wir Menschen
voreinander so ehrfürchtig,
so nachdenklich stehen,
wie vor dem Eingang zur Hölle.

Franz Kafka

Abenteuer


Nun hat der weite Weg mich ganz verloren,
Wie floh mich Anfang, Ende und die Mitte!
Ich bin in einem tiefen Kreis geboren,
Ich höre meine leichten Schritte
In einem fernen Lande widerhallen,
Ich höre meine leisen Worte
In eine dunkle Stille niederfallen,
Ich schreite durch viel fremde Orte,
Fühl mich gehalten, stille, wie zu Haus,
Und muß doch gehn, und gehe wie für immer,
Und schau nach meiner Rückkehr lächelnd aus -
Ich weiß so viel: Ich kenne schon das Zimmer,
Der blauen Ampel süß gestilltes Licht,
Ich hörte schon vor tausend Jahren diese Stimme,
Wie sie mir zitternd das Willkommen spricht.


Maria Luise Weissmann
(1899-1929)
Für Tage, an denen man denkt,
es geht einem so mies wie sonst keinem:
Falls du heute Morgen gesund und nicht krank aufgewacht bist, bist du glücklicher als 1 Million Menschen, welche die nächste Woche nicht erleben werden.

Falls du nie einen Kampf des Krieges erlebt hast, nie die Einsamkeit durch Gefangenschaft, die Agonie des Gequälten, oder Hunger gespürt hast, dann bist du
glücklicher als 500 Millionen Menschen der Welt.

Falls du in die Kirche gehen kannst, ohne die Angst, dass dir gedroht wird, dass
man dich verhaftet oder dich umbringt, bist du glücklicher als 3 Milliarden
Menschen der Welt.

Falls sich in deinem Kühlschrank Essen befindet, du angezogen bist, ein Dach über
dem Kopf hast und ein Bett zum hinlegen, bist du reicher als 75% der Einwohner dieser Welt.

Falls du ein Konto bei der Bank hast, etwas Geld im Portemonnaie und etwas Kleingeld in einer kleinen Schachtel, gehörst du zu 8% der wohlhabenden Menschen auf dieser Welt

Falls du diese Nachricht liest, bist du doppelt gesegnet worden, denn
1. Jemand hat an dich gedacht und
2. du gehörst nicht zu den 2 Milliarden Menschen, die nicht lesen können.
Und... du hast einen PC!

Arbeitet, als würdet ihr kein Geld brauchen, Liebt, als hätte euch noch nie jemand verletzt, Tanzt, als würde keiner hinschauen, Singt, als würde keiner zuhören,
Lebt, als wäre das Paradies auf der Erde.

Wednesday, December 14, 2005

Ich wünsche dir Zeit

Elli Michler

Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben.

Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben:

Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen,

und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen.

Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken,

nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.

Ich wünsche dir Zeit – nicht zum Hasten und Rennen,

sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

Ich wünsche dir Zeit – nicht nur so zum Vertreiben.

Ich wünsche, sie möge dir übrig bleiben

als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun,

anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.

Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,

und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.

Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.

Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,

jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.

Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.

Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben!

Einem Menschen vergeben heißt nicht, daß was er getan hat, für ungeschehen erachten, nicht wahrhaben zu wollen oder schlicht zu vergessen. Vergeben kann unter Umständen bedeuten, gerade nicht zu vergessen. Vergeben heißt: die Vergangenheit eines anderen keinen Einwand dagegen sein zu lassen, daß ich ihn annehme. Vergebung bedeutet nicht das ja zu einer vergangenen Schuld, wohl aber das Ja zu einem Menschen mit seiner vergangenen Schuld.

Otto Herrmann Pesch. Aus dem Buch:

Claudia Hartmann „Rituale zu zweit. Was Liebende zusammenhält.

„Ja ich bin ein Träumer,

denn nur Träumer finden

ihren Weg durchs Mondlicht

und erleben die Morgendämmerung

bevor die Welt erwacht!“

Oscar Wilde

Wunschzettel

Einen Spaziergang im Wald
und nachher Apfelstrudel,
einen guten Schutzengel, auch für dich,
den Mut zu neuen Ufern,
warme Füsse und einen tiefen Schlaf,
süsse Träume und kühne Träume,
Post von dir, ein Meer
von Zärtlichkeiten,
Frieden in uns, um uns herum,
rauschende Feste
und ein Gläschen Zuversicht
um mit der Zukunft
anzustossen.

Jochen Mariss

Thursday, December 08, 2005

Jüdischer Neujahrssegen!

Gott erhalte euch die Erinnerungen an die Hoch-Zeiten,

wenn ihr an Tiefpunkten seid.

Gott führe euch auf immer neuen Wegen zueinander,

wenn Gewalten des Lebens euch auseinander drängen.

Gott entzünde neue Liebe in euch wie im Frühling,

wenn sich die Gleichgültigkeit des Herbstes ausbreitet.

Gott gebe euch Phantasie,

füreinander überraschend zu bleiben

Gott zeige euch, dass niemals alle Türen verschlossen sind.

Gott gebe euch die Friedenskraft,

die nicht immer recht behalten muss

Gott schenke euch das Lachen,

dass ihr in müden Zeiten Schwung bewahrt.

Gott erhalte euch in aller Nähe der Liebe

den Abstand und die Achtung voreinander,

damit ihr euch immer ein lebendiges Geheimnis bleibt.

Gott gebe zumindest einem Teil von euch Geduld,

wenn der andere, die andere, unbesonnen handelt.

Gott erhelle euch mit der Weisheit,

das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden.

Gott schenke euch die Klugheit,

den rechten Zeitpunkt für ein rechtes Wort zu erkennen.

Gott schenke euch die Kraft

und die Barmherzigkeit,

einander zu verzeihen,

wenn ihr schuldig geworden seid.

Gott hüte euch vor dem Glauben,

dass wir Menschen alles haben

und alles machen können.

Gott gebe euch die Gelassenheit

und Besonnenheit

Schwieriges zu ertragen

Er schenke euch aber vor allem stets

offene Sinne für die Zeichen des Glücks,

dass ihr die Zärtlichkeit bewahrt bis ans Ende.

Und so segne der Höchste, der Ewige

euren gemeinsames Weg, damit eins

das andere am Ende mit in den Himmel bringe.

Wednesday, December 07, 2005

Weihnachten ist....


wenn wir

aufeinander zugehen

und zueinander stehen

ehrlich und echt sind

und auf Floskeln verzichten

geduldig warten

und wohlwollend zuhören

Feines beschützen

und Schwaches stärken

Schwieriges gemeinsam tragen

und uns an den Erfolgen anderer freuen

Hindernisse als Möglichkeiten sehen

und Ansätze weiterdenken

liebevoll begleiten

und herzlich danken

Halt geben

statt festzuhalten

Raum lassen und ermutigen

den eigenen Weg zu gehen

dann wird Weihnachten.

Max Feigenwinter

Es ist dem Menschen beigegeben...

Es ist dem Menschen beigegeben,
ein kleines Stück von einem Leben
das sich vollzieht ohn´ Unterschied
Ob Bettler oder hohes Tier
von einer Hand voll Erde sind wir alle hier
Bis Gras wächst über dieses Lied
Wollt darum freundlich sein und euch mit Heiterkeit versehen
Es hat der Mensch zu kommen und zu gehen
Dieses ist ausgemacht von Anfang an
mit Hochmut ist nicht viel getan

Es ist dem Menschen aufgegeben
mit Güte Gutes zu erstreben
ohn´ Unterlaß
Auch soll er das was nötig ist im Leben
mit allen teilen
und aller Kreatur zur Hilfe eilen
bis Blumen wachsen aus dem Gras
Wollt darum gnädig sein und nicht mit Hohn
verachten
die nichts auf dieser Welt zustande brachten
Wenn es bestimmt daß wir gen Himmel reisen
dann ist mit Reichtum nichts mehr zu beweisen

Es wird dem Menschen nachgegeben
wenn er bereut und ändert sein bisherig´ Leben
Der Tanz ist tot
der Mensch kehrt heim zu Tisch und Brot
der Rausch verfliegt die Demut siegt
die Masken sind gefallen
Doch größer wär des Menschen Not
wär nicht ein Gott der milde mit uns allen.

Hanns Dieter Hüsch

Tuesday, December 06, 2005

Ich setze auf die Liebe

Ich setze auf die Liebe
Wenn Sturm mich in die Knie zwingt
Und Angst in meinen Schläfen buchstabiert
Ein dunkler Abend mir die Sinne trübt
Ein Freund im andern Lager singt
Ein junger Mensch den Kopf verliert
Ein alter Mensch den Abschied übt

Das ist das Thema
Den Haß aus der Welt zu entfernen
Und wir bereit sind zu lernen
Das Macht Gewalt Rache und Sieg
Nichts anders bedeuten als ewiger Krieg
Auf Erden und dann auf Sternen

Die einen sagen es läge am Geld
Die andern sagen es wäre die Welt
Sie läg in falschen Händen
Jeder weiß besser woran es liegt
Doch es hat noch niemand den Haß besiegt
Ohne ihn selbst zu beenden

Er kann mir sagen was er will
Und kann mir singen wie er´s meint
Und mir erklären wasa er muß
Und mir begründen wie er´s braucht
Ich setze auf die Liebe! Schluß.

Hanns Dieter Hüsch
(1925 - 2005)
WEIHNACHTEN

Einmal kommst du zu mir in der Abendstunde
Aus meinem Lieblingssterne weich entrückt
Das ersehnte Liebeswort im Munde
Alle Zweige warten schon geschmückt.

O ich weiß, ich leuchte wieder dann,
Denn du zündest meine weißen Lichte an.

„Wann?“ – ich frage seit ich dir begegnet – „wann?“
Einen Engel schnitt ich mir aus deinem goldenen Haare
Und den Traum, der mir so früh zerrann.
O ich liebe dich, ich liebe dich,
Ich liebe dich!

Hörst du, ich liebe dich ---
Und unsere Liebe wandelt schon Kometenjahre,
Bevor du mich erkanntest und ich dich.

[Else Lasker-Schüler]


Friday, December 02, 2005


Die Frage bleibt

Halte dich still, halte dich stumm,
Nur nicht fragen, warum? warum?

Nur nicht bittere Fragen tauschen,
Antwort ist doch nur wie Meeresrauschen.

Wie´s dich auch aufzuhorchen treibt,
Das Dunkel, das Rätsel, die Frage bleibt.

Theodor Fontane

Thursday, December 01, 2005

Was ich dir zum Advent schenken möchte:

Einen Orgelton wider den finsteren Morgen,
meinen Atem gegen den Eiswind des Tags,
Schneeflocken als Sternverheißung am Abend
und ein Weglicht für den verloren geglaubten Engel,
der uns inmitten der Nacht die Wiedergeburt
der Liebe verkündet.

Christine Busta (1915- 1987)